Anne Wisplers Wort zum Sonntag


Anne Wispler
Liebe Freunde der „Sozialen Stadt“,
es macht riesigen Spaß, zu beobachten wie unsere Unterschriftenliste stündlich wächst.

Vielleicht ist dieser Herbst entscheidend für die zukünftige politische Kultur in Deutschland. Es ist wieder „in“,  sich für das einzusetzen, was man für wichtig hält. Wie wir jetzt gerade für die benachteiligten Menschen und die in die tausende gehenden Kiezprojekte in den Gebieten der „Sozialen Stadt“.

Die „Soziale Stadt“ hat ganz unterschiedliche Menschen vereint, darunter übrigens auch viele CDU-Politiker. Die Pragmatiker in den Kommunen haben erkannt, dass sie mit den Projekten in ihren Stadtteilen viele Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Und die Bürger, die sich beteiligen in den Aktionsfondjurys, Quartiers- und Vergabebeiräten haben erfahren, dass sie Stück für Stück die Verantwortung für ihre Kieze übernehmen können.

Da gab es immer auch Enttäuschungen und Kritik, wie es bei so einer neuen Herangehensweise nicht ausbleibt. Nicht jedes Projekt kann ein Knaller sein wie etwa die Stadtteilmütter oder die Integrationslotsen und die vielen Gute-Praxis-Beispiele, die hier nicht genannt werden können.

Aber wir haben alle in den zehn Jahren ganz viel gelernt und arbeiten mit viel Enthusiasmus an der ständigen Verbesserung der Kieze UND des Programms „Soziale Stadt“.

Ich will einfach nicht glauben, dass man die Menschen in den Stadtteilen einfach so gegen Projekte und Programme mit einer stärkeren Lobby ausspielen kann und sie im Regen stehen lässt.

Ach ja, vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Anne Wispler, Blogbetreiberin und Kiezmentorin für den Berliner Sprengelkiez auf www.sparrplatz-quartier.de

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18 Antworten zu “Anne Wisplers Wort zum Sonntag

  1. michael "Oskar"

    Hallo Zusammen,
    durch einen Zufall bin ich auf diesen Blog gestoßen und bin überrascht.
    Ich glaube wir wollen doch alle das es in unserem Kiez (zumindest ich wohne hier im Kiez, ich denke Thorsten auch (?)) es noch schöner wird.
    Es macht doch wenig Sinn die Augen vor der Realität zu verschließen. Natürlich ist der Quartiersrat nicht unabhängig, natürlich versucht jeder das Beste für seine individuelle (finanzielle) Situation rauszuschlagen. Das ist doch in unserer Gesellschaft leider normal.
    Wir sollten uns schon einmal die Projekte genauer anschauen. Natürlich haben wir einen großen Bedarf an Bildung für viele Bewohner des Kiezes. Diese werden aber oftmals nicht nachgefragt. Z.B. finden derzeit Kurse im …….(Hallo Oskar, einzelne Projekte namentlich öffentlich schlecht zu machen, ist nicht Sinn dieses Blogs, Gruß, Anne) habe statt, wo der Projektträger in der ersten Wochen einen Hilfeaufruf über das QM startet, dass noch Freie Plätze da sind („4 Wöchiges Praktikum mit Integrationsberatung“ und „Berufsfördernder Sprachkurs mit PC“). Keiner wird absprechen, dass wir dies nicht brauchen, gerade im Sprengelkiez müßten diese Kurse doch überlaufen sein. Das ganz große Problem ist doch immer wieder die Teilnehmeraquise. Die Projekte sind in der Gesamtheit doch alle gut, zumindest in der Antragstellung. Wenn dann aber das Projekt durch ist, dann werden die Gelder doch auch bezahlt, auch wenn die handwerkliche Arbeit mangelhaft ist.
    ….
    Zum Thema Kiezboten:
    Bis zum Trägerwechsel wurde bei uns Gewerberaum der Kiezbote regelmäßig ausgelegt. Die Themen waren kiezbezogen und der Kiezbote wurde gelesen und auch mit nach Hause genommen. nach 2 Monaten lag kein Exemplar mehr bei uns rum.
    Nach dem Trägerwechsel ist das Interesse, zumindest in unserem Betrieb, sehr zurückgegangen. Er wird einfach nicht mehr gelesen.

    Ein Schlußwort:
    Die Kürzung der Mittel hat doch auch eine große Chance. Das QM und der QR werden zukünftig mehr denn je darauf achten müssen, dass nur noch Projekte gefördert werden, die zu 99% Aussicht auf Erfolg haben. Vielleicht denken wir dann auch mal über ein Controlling nach, wie z.B. Mittel werden erst dann freigegeben, wenn 80% der angenommenen Teilnehmer auch verbindlich zugesagt haben, oder einige Zahlungsabrufe werden gestoppt.
    Projekte wie möglicherweise das Kiezfrühstück, wo sich Freunde das sonntägliche Frühstück in netter Umgebung finanzieren lassen, gehören dann vielleicht der Vergangenheit an oder finden in den Privatwohnungen statt.

    Kopf hoch Mitstreiter, Veränderungen können auch Situationen Verbessern. Geld ist nicht alles. Nachbarschaftliches Engagemet haben wir doch im Kiez genug. Die meisten Engagierten lassen sich doch von der Mittelkürzung doch nicht abhalten sich weiterhin ehrenamtlich zu engagieren…… oder geht das nur gegen Bezahlung?

    Oskar
    @anne kannst Du Thorsten bitte meine e.mail Adresse weitergeben

  2. Eine Frage, Frau Wispler:

    Warum wurde mein letzter Kommentar, indem ich zu den Fragen Stellung genommen und ihre Behauptung bezüglich der falschen Zahlen wiederlegt habe, von Ihrer Seite gelöscht?

    So kommt leider der unangenehme Nebengeschmack auf, dass diese Wahrheiten Ihnen doch nicht so ganz angenehm sein könnten.

    • jacqueline meier

      Sehr geehrter Torsten,

      ich habe auf Ihren ersten Kommentar nicht geantwortet. Aber jetzt möchte ich das nachholen.
      Sie scheinen ein sehr aufmerksamer Kiezbewohner zu sein. Das gefällt mir. Auch die Aktivitäten des Quartiersmanagements sind Ihnen offensichtlich nicht entgangen. Das unterscheidet Sie zumindest von manch anderem Bewohner (des Kiezes, des Landes, der Bundesrepublik).

      Sie üben Kritik, weil Ihnen manches nicht gefällt. Sie plädieren daher für eine komplette Abschaffung des Programms „Soziale Stadt“. Ich finde Ihre Einstellung sehr radikal. Schauen Sie, man kann doch auch das Land Berlin kritisieren, weil die Behörden es nicht geschafft haben, im vergangenen Jahr angemessen für die Schnee- und Eisbeseitigung zu sorgen. Aber deshalb gleich die Behörden abschaffen? Man kann auch die Bundesregierung kritisieren, weil sie eine Bad Bank einrichtet, um eine angeblich notleidende und „systemrelevante“ Bank zu stützen – mit einer Bürgschaft, bei der im Fall der Fälle Geld fließt – und zwar Steuergeld. Aber deshalb gleich die Bundesregierung abschaffen? Das werden Sie bestimmt nicht wollen.

      Wenn Ihnen der „Kiezbote“ nicht gefällt – lesen Sie doch etwas anderes. Aber wenn er Ihnen insgeheim doch gefällt, dann gehen Sie doch zur Redaktion, und sagen Sie, Sie möchten auch mal was schreiben. Ehrenamtlich, versteht sich.

      Es verwundert Sie, ja regt Sie sogar sehr auf, dass es Eltern gibt, die mit ihren Kindern nicht in den Wald fahren. Obwohl das ja das einfachste von der Welt ist. Das stimmt. Es ist genauso einfach – im Prinzip – wie die Hotel- und die Flugbranche ordnungsgemäß zu besteuern. Es ist genauso einfach, wie die Arbeitgeber weiterhin an den Kosten der Krankenkassenversicherungsbeträge zu beteiligen. Wird aber nicht gemacht. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit globalem Wettbewerb und Alternativlosigkeit.

      Aber, ehrlich gesagt, Torsten, ich für meinen Teil rege mich nicht darüber auf, dass ein bisschen Geld eingesetzt wird, um mit Kindern in den Wald zu fahren. Ich rege mich eher darüber auf, dass jede Brache bebaut, jeder Park begradigt, jeder öffentliche Platz zu Gunsten hoher Sicherheitsbestrebungen in genormte Areale gepresst wird. Und wenn wo Müll abgeladen wird – was ich zum Kotzen finde – da gebe ich Ihnen Recht, dann rufe ich das Ordnungsamt. Das finde ich gut, dass ich in Deutschland lebe, dass so etwas geht. Das ist nicht weit verbreitet in der Welt.

      Zu guter Letzt: Sie haben sich nun hier Ihren Frust von der Seele geschrieben. Sie haben sich in einem bestimmten Buch Anregung geholt, glaube ich. Nun ist es vielleicht an der Zeit, zum nächsten afrikanischen Fest zu gehen und zu Trommelrhythmen abzuhotten. Danach schreiben Sie einen Artikel im Kiezboten und dann melden Sie sich bei der nächsten Quartiersratswahl. Wären jedenfalls alles Optionen.

      PS: Wissen Sie, von wie wenigen Prozent der Bevölkerung die jetzige Regierung legitimiert worden ist, ihre „Jahrhundertreformen“ zu Gunsten der Wirtschaft durchzupeitschen? Ich kann nur sagen: Wählen gehen!

      Und sagen Sie mal: warum eröffnen Deutsche auf Mallorca Currywurstbuden und bieten Eisbein an? Das ist doch eklig!

      Bester Gruß

  3. Liebe Frau Whispler,
    was Sie hier tun ist mit Wölfen heulen und nicht mit den Schafen und Lämmern.

    Ich betrachte dabei die privatrechtliche Organisation des QM’s als Auftragnehmer des Senates und des Bezirkes als Wolf, die Institutionen und Vereine als Schafe und den sozial engagierten Bürger als Lamm.

    Und glauben Sie mir, ich kenne einige Beispiele von Schafen die von den Wölfen gerissen wurden. Von den Lämmern ganz zu schweigen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Frank S.

    • Ich heiße nicht Whispler und finde es nicht nett, wie Sie meine Kolleg/innen zoologisch einordnen, lieber Herr S. Wenn Sie für die Kiezprobleme – neben der Weltrevolution – eine bessere Idee haben als das Quartiersmanagement, dann überzeugen Sie uns. Die QMs haben seit Jahren die schwierige Aufgabe, geeignete Träger für Projekte zu finden, die sie nicht selbst durchführen dürfen. Und selbst die Träger werden bestätigen, dass ihr Bild vollkommen falsch ist. Und wenn es irgendwo schwarze Schafe gibt, dann wenden Sie sich bitte an die Verantwortlichen.
      Guten Abend, Anne Wispler

    • Liebe Frau Meier,

      das Programm „Soziale Stadt“ ist von seiner Idee her keine schlechte Sache. Was ich hauptsächlich kritisiere ist, dass dieses Programm in unserem Kiez und auch in anderen Quartieren zunehmend zu einem „Selbstbedienungsladen“ verschiedener Interessengruppen geworden ist, wo jede Lobby im Kiez nach gut dünken Gelder für die seltsamsten Projekte förmlich hinterhergeschmissen bekommt, ohne dass die Verwendung einer besonderen Kontrolle / Aufsicht unterliegt oder gar im Detail nachgewiesen oder wenigstens transparent im Internet veröffentlicht wird. Das Ziel dieser Fördergelder soll es sein, einen gewissen Nutzen für den Kiez bzw. seiner Bewohner zu erfüllen, sowie den Kiez positiv und vor allem nachhaltig zu beeinflussen. Schaut man sich aber an was in den vergangenen Jahren so alles gefördert wurde, dann kommt man zu dem Schluss, dass diese Gelder in erster Linie dazu verwendet werden um sich selbst darzustellen und salopp ausgedrückt „um mal feiern zu gehen“. Das von Ihnen angesprochene und ebenfalls mit mehreren tausend Euro geförderte Afrikafest, dass übrigens parallel auch noch aus anderen „Töpfen“ gefördert wird, ist ein gutes Beispiel dafür. Ich weiß ja nicht ob sie auf dem letzten Afrikafest auf dem Rathausplatz gewesen sind, aber ich habe da keine interessierten Besucher gesehen, mit Ausnahme derer die dieses „Fest“ organisieren. Am Ende war es wieder mal nur eine Selbstdarstellung der afrikanischen Community und verschiedener politischer Parteien, die gegenüber ihre Stände aufgebaut hatten und mit „Multi-Kulti“ warben. Gezahlt haben dass alle Bewohner hier im Kiez, auch wenn die meisten gar nicht hingegangen sind. Und wäre das Fest nicht mit dem Müllerstraßenfest zusammengelegt worden, dann wäre es wohl noch trostloser ausgefallen. Jetzt kann mir mal jemand verraten, was dieses Fest, wo ich zu „Trommelrhythmen abhotten“ kann unserem Kiez gebracht hat, außer dass es in den letzten Jahren zehntausende Euro für die Selbstinzenierung von Frau Wartenberg und Ihren abstrusen Interessen (zum Beispiel die Umbenennung diverser Straßennamen) verschlungen hat? Wer Interesse an afrikanischer Kultur hat kann ja gerne ins relais de savanne gehen, der soll dann die Rechnung aber bitte nicht aus dem Programm „Soziale Stadt“ bezahlen. Die Nachhaltigkeit und der Nutzen für unseren Kiez ist in etwa der gleiche.

      Das kann man mit unzähligen Beispielen fortführen. Meine Kritik bezieht sich also weniger auf das Programm „Soziale Stadt“, und selbst auf die Verwendung dieser Mittel zielt sie nur sekundär ab. Der Grund für mein erstes Schreiben ist vor allem, dass ich es etwas „realitätsfremd“ empfinde, wenn jetzt genau die Personen auf die Barrikaden gehen, weil Gelder gekürzt/gestrichen werden, die in den letzten Jahren jegliche Chancen vertan haben diese sinnvoll für den Kiez zu verwenden, und jetzt so tun als würde hier alles umkippen, weil plötzlich die so dringend benötigten Fördermittel fehlten. Die Tatsache ist nunmal, dass sich für 90% der Bewohner in unserem Kiez rein gar nichts ändern wird, die meisten werden nicht einmal mitbekommen, dass diese Gelder gestrichen werden. Und deshalb teile ich den Aufruf dieser Seite „Rettet die Soziale Stadt“ einfach n icht, weil ich damit nur zur Rettung der Selbstbeweihräucherung der Leute im Sprengelhaus aufrufe.

      Zu den Themen Bundesregierung oder Currywurstbuden auf Mallorca äußere ich mich jetzt mal nicht, dass würde wohl deutlich den Rahmen sprengen. Nur soviel: Man kann wohl einen sozial schwachen „Problemkiez“ wie unseren nicht wirklich mit einem boomenden Tourismusmagneten wie Mallorca vergleichen, und ich glaube auch nicht dass der spanische Steuerzahler dort für die deutschen Urlauber ihre Currywurstbuden finanziert, wiewohl diese Urlauber wohl deutlich mehr zum spanischen Staatshaushalt beitragen wie zum Beispiel die afrikanische Community für den deutschen. Und deren Currywurstbuden tragen sich dort im Gegensatz zu diversen Projekten hier im Kiez auch ganz gut von alleine. Müssten die Initiatoren der hier geförderten Projekte auch nur einen Bruchteil der Kosten aus eigener Tasche zahlen, dann würde wohl so manches davon ins Wasser fallen.

      Zu den anderen Sachen hab ich teilweise etwas in dem gelöschten / bzw. nicht freigeschalteten Beitrag geschrieben. Mag das jetzt nicht alles wiederholen und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

      • jacqueline meier

        Ach Torsten, Sie sind mir ein wenig zu ungenau.
        Sie behaupten also, „DIE afrikanische community“ bezahlt keine Steuern. Das ist ungefähr das Gleiche wie: DIE Radfahrer sind doof, weil sie sich nicht an die Verkehrsregeln halten.

        Es gibt ein Fest und keiner geht hin? Und die Kiezbewohner haben es bezahlt? Wie denn das? Wenn der überwiegende Teil, wie Sie schreiben, aus afrikanischer Community besteht, die keine Steuern zahlen? Haben die Bewohner im Sprengelkiez etwa einen Fonds gegründet? Kann ich mir nicht vorstellen. Wäre aber auch eine Option. Bürgerstiftung nennt man so etwas. Ist jetzt vielleicht der geeignete Zeitpunkt, so etwas ins Leben zu rufen…

        Auf jeden Fall können Sie Abstriche machen: nicht alle Projekte in den geförderten Gebieten sind für alle nützlich, für alle nachvollziehbar, für alle interessant, von allen gewollt. Ich meine, dass Sie kein Sprachförderprogramm brauchen, sieht man ja 😉

        Aber das hat schon der verehrte Geheimrath gesagt: „…eines schickt sich nicht für alle…“. Irgendwer guckt immer in die Röhre.

        Wissen Sie eigentlich, dass es auf Mallorca ganz Kolonien von deutschen und britsichen Rentnern gibt? Die dort überwintern – also einen zweiten Wohnsitz haben? Und das viele kein spanisch sprechen? Ach Torsten, ich denke, ein afrikanischer Lebensmittelhändler oder Telefonladenbetreiber zahlt: Gewerbesteuer, Einkommenssteuer und weiß ich nicht, was noch.

        Jemand stellt sich selbst da und bekommt dafür Fördermittel? Das ist eine Schweinerei. Im Allgemeinen und im Besonderen. Basta.

        Torsten, ich muss auch ein ernstes Wort mit Ihnen reden: bitte verwenden Sie nicht selbst Zahlen, die sie nicht hieb- und stichfest belegen können. Gucken Sie mal, der Herr S. (der von der Bundesbank und der dieses eine Buch geschrieben hat), sagt: 19…hätte es in der Türkei so und so viel Prozent Christen gegeben und jetzt wären es nur noch so und so viel (was beweisen soll, dass sich „die anderen“ immer mehr ausbreiten). Was hat der Herr S. gemacht? Er hat zwei Kriege und die Ausrottung christlicher Armenier einfach weggelassen. Das ist doch eine Verblödungstaktik. Stellen Sie sich doch bitte nicht mit so etwas auf eine Stufe. Haben Sie doch gar nicht nötig, Torsten.

        Eine Sache noch: Warum sollen sich Hotelbesitzer über eine komplett unsinnige Steuererleichterung freuen dürfen, aber afrikanische Bewohner nicht über ein gefördertes Fest? Ich für meinen Teil sehe da keinen Unterschied. Außer den, dass dem Land durch ersteres tatsächlich Steuern in beträchtlicher Höhe entgehen (ich hasse diese Zahlenjonglierereien, bei denen es nicht mehr unter Millionen und Milliarden geht…). Das ist der eigentliche Fokus, wohin wir schauen sollten.

        Denn jetzt ist ja die Katze aus dem Sack: statt einer sozialen Stadt wird zukünftig das westliche Land gefördert. Die Dörfer werden aufgerüstet. Sicherlich haben die Betonfirmen schon ihre Verträge. Ist nicht erst kürzlich einer dieser ehemaligen Ministerfuzzis Vorstand bei Deutschlands größter Baufirma geworden? Ach, zu der Katze gesellen sich nun auch noch die Nachtigallen und bald werden es die Spatzen von den neuen Dächern pfeifen, dass nur noch die mitreden dürfen, die die Kohle haben.

        Sollte man den zuständigen Minister aus diesem Bundesbauministerium persönlich benennen? Aber das ist ja auch Quatsch, denn das ist ja nicht auf dem Mist einer einzigen Ramsau gewachsen. Und dann gibt es da jetzt die Vertreter anderer politischer Einrichtungen, die sich tierisch darüber aufregen. Dabei, wenn sie an der Macht wären…Na, wir kennen doch unsere Wölfe. Ach nein, es sind ja die Pappenheimer.

        Bester Gruß

      • Liebe Frau Meier,
        Ihre Argumente werden leider auch nicht stichhaltiger, wenn sie versuchen in Ihrer humoristischen Art meine Ausführungen ins Lächerliche zu ziehen. Sie behaupten, ich hätte gesagt, die afrikanische Community würde keine Steuern zahlen. Lesen sie meinen Text, dann wissen sie, dass ich dies tatsächlich nicht getan habe. Sie haben sie steigende Überfremdung in unserem Kiez, und in ganz Deutschland, wo es mittlerweile in allen deutschen Großstädten die gleichen Probleme mit Parrallelgesellschaften und mangelnder Integration gibt wie bei uns, damit gerechtfertigt, dass deutsche Touristen nach Mallorca fahren und dort gerne auch heimische Speisen verköstigen. Daraufhin habe ich Ihnen den Unterschied aufgezeigt: Nämlich das diese Touristen einen erheblichen Beitrag zum spanischen Haushalt beitragen, ebenso wie die jetzt von Ihnen angesprochenen Rentner, die nicht einmal einen Bruchteil der mallorcinischen Bevölkerung ausmachen, von der spanischen nicht mal zu reden. Deren Rente wird nämlich aus der deutschen Rentenkasse gezahlt, nicht aus der spanischen, trotzdem werden diese Gelder in Spanien ausgegeben. Mit der afrikanischen Community verhält es sich gänzlich anders. Nie würde mir in den Sinn kommen, zu behaupten diese würden keine Steuern zahlen. Jeder zahlt Steuern, selbst ein Hartz 4 Empfänger über seinen täglichen Einkauf. Der Unterschied ist, während der deutsche Urlauber für seine Party auf Mallorca selbst gezahlt hat, und auch seine Bratwurst selbst zahlt und sogar der Bratwurstverkäufer ohne staatliche Subventionen auskommt, finanziert sich das Afrikafest im Sprengelkiez fast ausschließlich aus öffentlichen Mitteln, genauso wie das afrikanische Fußballturnier, der afrikanische Leseraum oder die diversen afrikanischen Kunstausstellungen usw. Damit leistet der deutsche Urlauber auf Mallorca einen im Verhältnis zur Dauer seines dortigen Aufenthalts sehr hohen finanziellen Beitrag, während der selbe der afrikanischen Community eben deutlich geringer ausfällt, da die angesprochenen Projekte nicht wirtschaftlicher Natur sind, sondern rein aus Imagegründen gepflegt und finanziert werden. Die persönlichen Sozialtransfairs wollen wir zu Ihren Gunsten besser nicht auch noch entsprechend berücksichtigen. Von den 14.000 Menschen im Sprengelkiez zahlt kein einziger den Urlaub eines einzelnen Touristen auf Mallorca, aber alle zahlen die aus öffentlichen Geldern finanzierten Projekte hier im Kiez. Was nicht mal schlimm ist, würden diese Projekte auch auf ein Interesse in der Bevölkerung stoßen. Aber das tun sie nicht. Eine Minderheit im Kiez feiert und stellt sich dar, und die Mehrheit zahlt es. Und einen nachhaltigen Nutzen erfüllt es schon mal gar nicht.

        Und da sie hier Zahlen angesprochen haben, die ich nicht hieb und stichfest belegen könne… Von welchen Zahlen sprechen sie? Die von mir zitierten Zahlen aus den Quartiersfonds? Natürlich sind die alle belegbar. Oder was meinen sie?

        Was die Hotelsteuer, den Wechsel von Koch in die Wirtschaft oder das Buch von Herrn Sarrazin angeht: Das sind doch alles Dinge, die mit den Mitteln „Soziale Stadt“ und dem Quartiersmanagement bzw. dem Kiezrat überhaupt nichts zu tun haben. Also bleiben wir doch einfach beim Thema dieser Seite. Frau Wispler fordert auf ihrer Seite ja nicht die Abschaffung der Hotelsteuer, wenn ich das richtig gesehen habe. Und über diese Dinge jetzt hier auch noch zu diskutieren sprengt wirklich den Rahmen und driftet nur ins theoretische ab.

      • jacqueline meier

        Sehr geehrter Torsten,

        leider kann ich nicht auf Ihren letzten Eintrag antworten, denn da fehlt der „Antwort-Button“. So nehme ich diesen.

        Sie mögen meinen Humor nicht? Ach, da bin ich jetzt aber ein bisschen beleidigt, aber gut. Ich kann damit leben. Denn im Grunde genommen mag ich es ja auch nicht, weil Sie alles in einen Topf werfen und sich mit Ihrer selbst gezimmerten Gulaschkanone offenbar vor diesem Sprengelhaus aufgebaut haben. Mir scheint, Sie sind von persönlichen Racheglüsten geleitet. Da habe ich nun keine Lust mehr, mit Ihnen zu diskutieren. Außerdem mag ich auch nicht, wie Sie sich zum Sprecher des kompletten Sprengelkiezes generieren. Sind Sie denn eigentlich gewählt? Und wenn ja, von wie vielen Prozent der Bevölkerung?

        Machen Sie´s gut! Au Revoir.

  4. @Frau Wispler
    Sie haben in meinem Kommentar angemerkt, dass die von mir genannten Zahlen nicht stimmen würden, und der Kiezbote lediglich mit 20.000 Euro gefördert würde. Die von mir genannten Zahlen stammen von der Webseite „www.sparrplatz-quartier.de“, also direkt vom zuständigen Quartiersmanagement. Dort waren vor kurzem noch Auflistungen einzusehen, wofür die Gelder aus den Quartiersfonds I, II/III und IV in den letzten Jahren verwendet wurden. Für das Jahr 2008 wurden zwei Zahlungen vermerkt, der Betrag über 32.000 Euro direkt an den Lo’Nam Verlag und der Betrag über 20.000 Euro an den Kiezboten. Für 2007 erhielt der L0’Nam Verlag ebenfalls eine Zahlung über 28.361,14 Euro. Eigentlich sollten sie besser wissen, wofür sie aus Steuermitteln finanzierte Fördergelder verwenden und in welcher Höhe. Ich finde es übrigens sehr bedauerlich, dass mittlerweile auf der besagten Webseite nur noch die gering geförderten Projekte aus dem Quartiersfonds I aufgelistet werden, und die wirklich interessanten Projekte jetzt verschleiert sind. Welchen Grund hat das wohl?

    @Herr Dallmann
    Nein, man kann nichts schlecht reden. Entweder etwas ist schlecht, oder etwas ist nicht schlecht. Entweder etwas ist förderlich für den Kiez, oder es ist lediglich förderlich für Einzelinteressen. Entweder etwas besitzt Nachhaltigkeit, oder es verpufft ohne das die meisten Kiezbewohner überhaupt etwas davon mitbekommen haben. Den Begriff Integration muss man nicht erklären, man kann höchstens versuchen ihn umzudeuten um sich den Kiez so zu malen, wie man ihn gerne hätte. Aber das geht leider an der Realität vorbei. Natürlich gibt es auch vieles was ich am Sprengelkiez schätze und schön finde. Als ich vor langer Zeit hier her gezogen bin, reizte mich die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung, gute Einkaufsmöglichkeiten, die Nähe zu meiner Arbeitsstelle, das viele Grün bei uns im Kiez, das geringe Verkehrsaufkommen und das Nordufer… In infrastruktureller Hinsicht wurde auch durchaus viel bewegt, die damalige Begrünung der Triftstraße z.B., der Bau des Sprengelparks und die Neugestaltung des Nordufers und des Pekinger Platzes. Aber schauen sie sich doch bitte die damals aufgestellten Bänke und Zäune heute an. Schauen sie sich andere Flächen im Kiez an, die einmal mit viel Mühe hergerichtet wurden. Auch im Sprengelpark ist jetzt schon der Zerfall zu sehen. Müll, Schmierereien, Vandalismus… Gehen sie mal abends nach 22.00 Uhr durch den Park, da sehen sie Gruppen von Kindern und Jugendlichen die Joints und Wasserpfeife rauchen. Gehen sie mal im Sommer früh morgends durch den Park, bevor die Reinigungsleute da gewesen sind, sie finden ganze Müllberge vor, Plastikgeschirr, Essensreste, Verpackungen, Zigarettenkippen und überall Schalen von diesen Sonnenblumenkernen, sogar beschmutzte Windeln finden sie dort auf dem Rasen. Gehen sie mal nachmittags durch den Park, da können sie selbst erleben wie deutsche Kinder von den übrigen ausgegrenzt und verhöhnt werden, wenn sie zum Beispiel ein deutsches Fußball-Trikot tragen. Und das alles bereits nach so kurzer Zeit, wie mag der Park in fünf Jahren aussehen? Was ich damit meine ist, dass das was den Sprengelkiez für mich attraktiv gemacht hat zunehmend durch eine fehlgeleitete Integration und mangelnde Durchsetzungskraft der Interessen des Gemeinwesens zerstört wird. Wenn ein Mensch sich schon nicht mit Deutschland identifizieren kann, und dieses Land und die Menschen in ihm nicht liebt, warum sollte er dann ein Interesse daran haben dieses Land zu gestalten, seine Umwelt zu schützen, seine Mitmenschen zu respektieren? Und das können sie auch auf den Sprengelkiez herunter brechen. Der Großteil der geförderten Projekte und Vereine verfolgt lediglich eigene individuelle Interessen, ohne jedoch einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung des Kiezes zu leisten, deshalb versteh ich ihre Aufregung nicht, dass die Fördermittel gekürzt werden sollen. Für den Kiez macht das doch gar keinen Unterschied.

    @sozialestadt2011
    Warum ich nicht im Quartiersrat aktiv bin? Wenn sie sich beklagen, dass die Post nicht richtig geliefert wird werden sie doch auch nicht gleich Postbote. Wenn sie GEZ Gebühren zahlen und ihnen gefällt das Programm nicht, dann werden sie auch kein Journalist. Mir fehlt sowohl die Zeit wie auch die Lust mich im Quartiersrat als Einzelkämpfer vor einer Überzahl an Gutmenschen, die die Realität offenbar gänzlich anders warnehmen wie normale Menschen, mich kontinuierlich für meine Ansichten zu rechtfertigen oder mich mit ihnen herumzustreiten, wenn ich am Ende ja doch überstimmt werde. Am Sprengelhaus habe ich ein interessantes Plakat gesehen: „Wedding ist bunt – kein Platz für Nazis!“. Dieses Plakat sagt so einiges aus, nämlich wem es offenbar mittlerweile etwas zu bunt in unserem Kiez geworden ist, der wird pauschal als Extremist abgestempelt für den kein Platz hier und auch sonst nirgends ist. Entweder du bist für uns, oder du bist gegen uns und dann ist jedes Mittel recht dich mundtot zu machen. So stelle ich mir Demokratie jedenfalls nicht vor, aber da haben wir vermutlich auch unterschiedliche Einstellungen.

  5. Meine Meinung dazu wird Ihnen sicher nicht gefallen, aber ich finde es gut und richtig, dass diese Gelder gekürzt werden. Besser wäre es sogar sie ganz zu streichen. Sie schwärmen immer vom Sprengelkiez und was man hier alles erreicht habe, dabei frage ich mich wo leben sie eigentlich? Im Sprengelkiez wurden in den letzten zehn Jahren Unsummen an öffentlichen Geldern für höchst zweifelhafte Projekte aus dem Fenster geworfen, man könnte fast von einer Veruntreuung sprechen. Nutznießer sind fast immer die gleichen Leute, eine kleine elitäre Gruppe von Gutmenschen und Migranten, die sich im Quartiersrat die Anträge gegenseitig genehmigen, und die bei den letzten Quartiersratswahlen von gerade einmal 3,1% der Bewohner durch Wahl dazu legitimiert worden sind. So gut wie keins der finanzierten Projekte besitzt eine Nachhaltigkeit oder bringt den Kiez irgendwie vorwärts. Statt dessen werden undurchsichtige Vereine und ihre diversen Feste und Aktionen gefördert, an denen von den übrigen Kiezbewohnern kaum jemand Anteil nimmt. Dazu kommt noch, dass viele Aktionen parteipolitisch instrumentalisiert werden. Währenddessen wandelt sich der Sprengelkiez immer mehr zu einem Ausländerghetto und einer No-Go-Area für Deutsche. An allen Ecken wird man angepöbelt und werden junge Frauen belästigt. Die Straßen versinken im Müll und kaum ein Haus ist ohne Schmierereien. Auf der Straße werden Drogen angeboten und Kindern die Handys geraubt. Aber Sie haben scheinbar immer noch die rosarote Multi-Kulti-Brille auf und predigen immer wieder wie toll es doch im interkulturellen Sprengelkiez sei. Es ist hier leider überhaupt nicht toll, und die momentan fast ausschließlich auf „interkulturelle“ Projekte bezogene Förderungspolitik leistet auch keinen Beitrag dazu, dass sich hier irgendetwas zum besseren wendet, außer das sich einige Personen selbst profilieren können. Statt den Sprengelkiez zum Afrikanischen Viertel auszurufen sollten Sie sich vielleicht Gedanken machen, den Kiez auch für die angestammte einheimische Bevölkerung wieder attraktiv zu machen, um so das massive Konfliktpotenzial durch steigende Überfremdung zu entschärfen.

    • Ihre Antwort zeigt, dass Sie wenig Kontakt zu den Menschen und den Projekten haben, die im Sprengelkiez aus Soziale-Stadt-Mitteln unterstützt werden. Wenn ein Kind durch das Projekt „Biologo“ zum ersten Mal im Grunewald war und etwas über die Natur dort erfährt, dann ist das eine unbezahlbare Erfahrung. Wenn ein arabisches Mädchen eine Kiezpatin erhält, die sich Zeit nimmt, mit ihr die Hausaufgaben zu machen, dann ist das vielleicht nicht weltverändernd, aber für dieses Mädchen ein Quantensprung. Ich könnte Ihnen stundenlang antworten, weil sie sehr unfair alle Projekte und Menschen über einen Kamm scheren … dabei will ich die Probleme nicht kleinreden, die da sind. Leider muss ich jetzt Schlusss machen. Anne Wispler

      • Vielleicht sollten Sie sich die Frage stellen, welche Ursachen das hat, das ein Kind noch nie im Grunewald gewesen ist. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es in meiner Kindheit erst der finanziellen Förderung bedurfte, damit meine Eltern mit mir in den Wald gefahren sind. Und auch in den Kindergärten und Schulen scheint ja einiges schiefzulaufen, wenn der Biologielehrer es nicht schafft einen Tagesausflug ins Tegeler Fließ zu organisieren. Wir haben damals noch Klassenfahrten in den Spreewald, in den Harz, nach Bremen ins Teufelsmoor oder ans Wattenmeer gemacht, das ist alles schon für 50 Euro pro Kind zu machen wenn sich Lehrer engagieren, und auch hierfür kann man Fördergelder beantragen. Und wenn das nicht reicht, dann kann man auch gerne ehrenamtlich Projekte wie das BioLogo machen, dann aber bitte ohne dafür Gelder einzusetzen, die an anderen Stellen im Kiez sicher notwendiger wären, wohlgleich es natürlich viele geförderte Projekte im Kiez gibt die viel viel unsinniger sind wie das BioLogo. Und nun zu den Kiezpaten: Das ist genau das was ich mit Selbstprofilierung meine. Es wird ein großer Empfang gegeben, viel Trara gemacht, Presse, Vereine, Politiker und natürlich die Kiezpaten, es gibt Auszeichnungen und jeder kann mal im Rampenlicht stehen. Nicht zu vergessen die schönen Flyer, Broschüren, Plakate. Knapp 20.000 Euro wurden 2008 dort reingesteckt, ja wofür eigentlich? Für Eltern, die zwar in der Lage sind jede Menge Kinder (und das damit verbundene Kindergeld) zu bekommen, es aber nicht schaffen ihren Kindern bei den Hausaufgaben oder persönlichen Problemen zu helfen? Man kann sich da auch wieder fragen, warum die Kinder eigentlich nicht in der Lage sind selbständig ihre Hausaufgaben zu machen, womit wir wieder bei der Verantwortung von Lehrern wären. Vermutlich werden sie jetzt sagen, die Kinder können dem Unterricht nicht folgen, weil sie schlecht deutsch sprechen, und die Eltern sprechen auch kein deutsch und können ihnen deshalb nicht helfen. Dann frage ich mich allerdings, wäre es nicht wesentlich sinnvoller Fördergelder statt in „interkulturelle“ Projekte wie diverse Kaffeekränzchen von Menschen des gleichen Kulturkreises und ihren „Kulturvereinen“ verstärkt in mono(deutsch)kulturelle, dafür aber integrationsfördernde Projekte zu stecken? Nehmen wir die ganzen Projekte der afrikanischen Community im Sprengelkiez. Da werden afrikanische Foto- und Kunstausstellungen, Vorträge, afrikanische Fußballturniere, ein afrikanischer Leseraum und jedes Jahr aufs neue das Afrikafest finanziert und in der Regel unter kaum vorhandener Anteilnahme von Nichafrikanern zelebriert, von Afrikanern für Afrikaner. Überall wird wieder viel Selbstinzinierung gemacht, so auch im Kiezboten. Afrikanische Zeitschriftenwerbung, afrikanischer Verlag, afrikanischer Friseur, afrikanischer Lebensmittelmarkt, afrikanische Musikbands, afrikanische Bar, afrikanische Vereinsräume etc. All das was ich jetzt aufgezählt habe mag sicher ganz nett sein, aber fördert in der Masse nicht die Integration, es fördert lediglich die Abschottung indem man sich nur auf seine Wurzeln besinnt und nicht auf das Gastgeberland, in dem man nun zu Hause sein sollte. Und wenn man solche Bestrebungen auch noch finanziell fördert, seien sie afrikanisch, türkisch oder arabisch, fördert man auch immer die Nichtintegration und muss sich nicht wundern, wenn Kinder und ihre Eltern noch immer kein deutsch sprechen können. So entstehen Parallelgesellschaften, Migranten werden verstärkt angezogen, während Deutsche abgeschreckt werden und sogar den Kiez verlassen. Und das hat auch mit Armut oft gar nichts zu tun!
        Noch eins zum Propagandablatt des Kiezboten: Laut Quartiersmanagement hat der KB eine Auflage von 2500 Stück und erscheint sechsmal jährlich. Er wurde im vergangenen Jahr mit 32.000 Euro an den LoNam Verlag und zusätzlichen 20.000 Euro (für die Redaktion?) gefördert [Anmerkung der Redaktion: Diese Zahlen stimmen nicht, der Kiezbote erhält im Jahr 20.000 €, das meiste Geld davon geht an die Druckerei]. Das heißt, der LoNam Verlag bekommt für jedes einzelne Exemplar 2,10 Euro nur für den Druck, insgesamt müsste der Kiezbote einen Preis von 3,46 Euro kosten wollte man ihn ohne Fördergelder finanzieren, und nur Nebenbei: Der politische Kommentar zu Thilo Sarrazin kostete den Kiez umgerechnet etwa 144 Euro. Man kann sich also auch Gedanken darüber machen, welchen Sinn es macht zu vollkommen überteuerten und marktunüblichen Preisen eine Zeitung drucken zu lassen, die zur Hälfte nur aus afrikanischen Beiträgen besteht, gewürzt mit Eigenwerbung und politischer Unobjektivität in vielen anderen Beiträgen (ich erinnere mich noch gut an die Kommentierung der letzten Wahlergebnisse), die meiner Meinung nach nur der Selbstinzenierung der Sprengelhausclique und der Afrikanischen Community im Kiez dient, und von deren Auflage von 2500 Stück (bei 14.000 Menschen im Kiez) nicht einmal die Hälfte gelesen wird.

        Mal so als Gedankengang: Nur mit den Geldern des Kiezboten könnte man jeden Tag für acht Stunden zwei private Sicherheitsleute, gerade in den Abendstunden zu Fuß (sogar mit Hund) im Kiez patroullieren lassen. Sie wären erstaunt, wie wenig Sperrmüll plötzlich abgeladen würde, wie Graffitischmierereien, wildes Plakatieren, Fahrraddiebstähle, Autoaufbrüche, Sachbeschädigungen und Vandalismus am Gemeingut zurückgingen usw. usf. Und kommen sie mir jetzt nicht mit diesen lächerlichen Kiezläufern. Die haben hier überhaupt nichts bewegt außer sich nett zu unterhalten.

        So könnte ich mit dutzenden Beispielen weitermachen, aber auch ich muss jetzt Schluss machen.

      • Wieso sind Sie nicht längst im Quartiersrat aktiv? Dort können Sie mit den anderen Engagierten darüber diskutieren. Demokratie ist machbar, Herr Nachbar!

    • Siemen Dallmann

      Ich gehe davon aus, dass sie im Sprengelkiez leben, es müsste somit auch für sie was Positives hier geben. Sicherlich kann man vieles schlecht reden, oder unterschiedlicher Meinung sein, zu den Projekten die im Sprengelkiez laufen. Zum Thema Integration sollte man zu erst mal klären, was man darunter versteht, um dann wirklich zum gleichen Thema zu reden.
      Nur Meckern bringt uns nicht weiter, ich empfehle allen die was verändern wollen, die Kandidatur für den Quartiersrat nächstes Jahr.
      Gruß Siemen Dallmann

  6. Rainer Perschke

    Liebe Anne,
    freue mich , dass ich auf diesem Wege durch Dich erfahre, dass es Kürzungen und Streichen in dem Projekt „Soziale Stadt“ geben soll.
    Ich hoffe sehr, dass durch Dein und vieler anderer Engagement die Streichungen verhindert werden können. Ich habe nun mit meiner Petitionsunterschrift einen kleinen Beitrag geleistet und will auch zur Kundgebung am Mittwoch kommen. Vielleicht gelingt es uns, einen Cafe zusammen zu trinken. Rainer